«Mit Bildern auf den Punkt kommunizieren»

Die Chefin der dreiköpfigen Bildredaktion bei Infel Corporate Media erzählt im Interview, weshalb ein starkes Bild für den Erfolg von Unternehmenspublikationen so wichtig ist.

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Diana Ulrich, Sie sind auch Fotografin. Wie wichtig ist das für Ihre Tätigkeit als Bildredaktorin?
Das Handwerk von der Pike auf zu kennen, gibt mir die Grundlage, die beste Lösung für unsere Kunden zu finden.

Worin sehen Sie die Aufgabe der Bildredaktion von Infel Corporate Media?
Wir sind eine Art Coach für unsere Kunden, das Editorial Design und die Redaktion. Unsere Aufgabe ist es, mit Fotografie und Illustration ein CP-Produkt zu stärken und zu gestalten. Ein gutes Bild ist für den Erfolg von Publikationen entscheidend. Es zieht die Aufmerksamkeit der Leser auf sich, spricht sie direkt an und weckt Emotionen. Letztlich geht es darum, Unternehmen mit Bildern professionell in Szene zu setzen und ihnen zum richtigen Auftritt zu verhelfen.

«Ein gutes Bild ist für den Erfolg von Publikationen entscheidend.»

Wie sieht das in der Praxis aus?
Wir kennen uns in der Fotografen- und Illustratorenszene sehr gut aus. Da wir mit Bilddatenbanken gut vernetzt und mit ihren Angeboten vertraut sind, finden wir effizient die richtigen Bilder für unsere Kunden. Neben vielschichtigen Recherchearbeiten organisieren wir von der richtigen Location über Requisiten, Models und Bewilligungen bis hin zur saisonal vorgeplanten Bildproduktion alles, was es für ein gelungenes Fotoshooting braucht.

Wie kommuniziert man erfolgreich mit Bildern?
Grundlage für die Beschaffung/Produktion eines erfolgreichen Bildes ist ein präzises Konzept, abgestimmt auf Storyline, Textinhalt, Gestaltungsvorlagen, Medium und Zielgruppe. Nur so können wir zielgerichtet auf die individuellen Wünsche des Kunden eingehen. Für das Coverbild des Mitgliedermagazins «Network» der Swissmem zum Beispiel arbeiten wir für jede Ausgabe mit demselben Fotografen zusammen. Seine Bildsprache ist genau auf das Konzept des Magazins abgestimmt und verleiht ihm dadurch eine unverwechselbare Identität. Diese entsteht durch eine saubere technische Umsetzung, die Farbigkeit und vor allem durch die Arbeit mit Menschen.

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Welches sind die Ansprüche an die Bildredaktion in der crossmedialen Welt?
Die vielschichtige Verwendbarkeit der Bilder setzt ein vernetztes Denken voraus und ist für uns eine spannende Herausforderung. Wir müssen z.B. bei einer Bildproduktion für die einzelnen Print- und Online-Produkte nicht nur die unterschiedlichen Bildformate berücksichtigen und erweitertes Bildmaterial für Online-Bildgalerien besorgen, sondern auch für jedes Medium die gesonderten Nutzungsrechte abklären.

«Ein Bild muss mehr können, als nur Emotionen wecken.»

Wie muss sich ein Bild für CP-Produkte von dem für andere Kanäle der Marketingkommunikation unterscheiden?
Im CP wird oft journalistisch mittels Reportagen, Porträts, Illustrationen, Infografiken usw. gearbeitet. Wenn nun Bilder wie in der klassischen Werbung inszeniert werden, wirken sie im CP künstlich und unglaubwürdig. Sie verlieren dadurch an Authentizität und verspielen damit den wichtigsten Trumpf.

Welche Bilder werden in der Flut visueller Eindrücke noch wahrgenommen?
Ein gutes Bild ist für jeden Betrachter ein anderes. Deshalb ist es wichtig, dass es nicht nur Emotionen weckt, sondern den Intellekt anspricht, Impulse auslöst, überrascht oder einfach informativ ist. Ein Bild muss mehr können, als nur Emotionen wecken.

Zur Person: Diana Ulrich, Leiterin Bildredaktion bei Infel Corporate Media. Mehrjährige Erfahrung in Fotografie, Bildredaktion und Marketing. Marketingplanerin, diverse Fotografiekurse an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich (HGKZ). Absolventin Gruppe Autodidaktischer Fotografen (GAF).