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Redaktor (†2025)

Ein Gespenst geht um in der Schweiz und der Welt – das Gespenst der Digitalisierung. Was bedeutet diese für die eigenen Redaktorinnen und Redaktoren? Braucht es sie auch noch in Zukunft? Gert Schröder dachte am Content Nachmittag mit Mirko Lange laut darüber nach.

  • #fachwissen

Die Digitalisierung ermöglicht heute Dinge, die noch vor fünf Jahren undenkbar schienen. Wer hätte je gedacht, dass sich führende Kunstkritiker von einem Algorithmus täuschen lassen? «The next Rembrandt», so hiesst das Projekt der holländischen Bank ING und Microsoft, führte zahlreiche Kunstkritiker an der Nase herum. Im April 2016 verkündete die Bank mit Pauken und Trompeten, dass sie ein Eigenportrait des holländischen Meistermalers gefunden hätte. Was sie nicht verriet: Schöpfer des Gemäldes war ein Algorithmus, der als Inspiration 346 Originalwerke von Rembrandt analysierte und schliesslich sein erstes, täuschend echtes Kunstprojekt mit einem 3D-Drucker auf die Leinwand brachte.

Was geht?  

Die Herstellung von Kunstwerken mittels künstlicher Intelligenz ist eher noch die Ausnahme. Viele klassische oder bisherige Berufe sind inzwischen aber fest in Roboterhand. Beispiel gefällig? Als im März 2014 die Erde in Kalifornien bebte, berichtete nicht etwa ein Redaktor darüber. Die ersten Meldungen stammten von der Software «Quakebot». Dass dieses Programm immerhin von einem Journalisten programmiert wurde täuscht nicht darüber hinweg, dass künstliche Intelligenz auch die Tätigkeit von Journalisten, Texterinnen und Redaktoren weiter verändern wird. Kris Hammond, CTO von Narrative Science geht gar davon aus, dass 2025 rund 90 Prozent aller Informationen für das breite Publikum von Robotern stammen.

Grosse Gefühle, tiefsinnige Analysen und gute Witze

Was also, leisten die Redakteure der Zukunft? Was ist deren USP, welche KPIs liefern sie und stimmt der ROI? So wie es aussieht, gibt es einiges, was Roboter auch in naher Zukunft nicht für uns erledigen werden. Dazu gehört: Zusammenhänge erkennen, Hintergründe aufzeigen, das Geschehen erläutern und bewerten, Geschichten kreieren oder Gefühle ausdrücken und verstehen. Und bis heute hat noch keine Software einen richtig guten Witz geschaffen – die vielen Witze innerhalb der Programmiersprachen dieser Welt stammen allesamt von deren menschlichen Autoren. Relevanter Content lässt sich also vorerst nicht automatisch herstellen. Und schon gar nicht eine Content Strategie mit Händen und Füssen. Wie man diese anpackt, erläuterte Content-Marketing-Guru Mirko Lange in seinem Referat über strategisches Content Marketing.

Der Infel Content Nachmittag fand am 23. August statt in der Sihlpost in Zürich. Mit dabei waren rund 50 Spezialisten aus Kommunikation und Marketing. Gert Schröder, Managing Director von Infel, referierte zum Thema: «Storytelling meets SEO – zwischen Journalismus und Algorithmus». Das Hauptreferat mit dem Titel «Think better, not more – die Kunst strategischen Content Marketings» hielt Mirko Lange, Geschäftsführer von talkabout Consulting.

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