arrow-rightgoogleplusplay-buttonscroll-to-topsearchshareSharing/Whatsapp

Reportage am Abgrund

Im «via», dem grössten Reisemagazin der Schweiz, erzählen wir Geschichten, die faszinieren und unterhalten. Dieses Mal habe ich nicht nur geschrieben, sondern erstmals auch ein einfaches Video gedreht: das «blaue Gold» des Wallis.

Die Walliser Suonen sind mehr als nette Ziele im Tourismusangebot. Das Netz dieser teilweise uralten Wasserkanäle durchzieht den ganzen Kanton. Mehr als 600 Kilometer sind noch in Betrieb, und jeder Meter wird täglich abgelaufen und überwacht. Denn stauendes Wasser hätte in den steilen Hängen verheerende Folgen. Wir haben einen Suonenwärter und einen begeisterten Suonenkenner getroffen, haben in tosende Abgründe geschaut und sind über schwindelerregende Hängebrücken und durch schrundige Felstunnels gegangen. Immer dabei: Meine Osmo-Kamera. Auf der Suche nach neuen Eindrücken habe ich schnell verstanden, dass gute Inhalte nicht einmal im Wallis einfach so vom Himmel fallen. Aber je länger wir gingen, desto mehr haben wir verstanden, welch ungeheurer Wille, welch unfassbarer Mut die Vorfahren aufgebracht haben, um die Talgemeinschaften am Leben zu erhalten.

Trocken wie die Sahara

In manchen Gegenden, etwa in der Region Visp, fällt im Jahresmittel nicht viel mehr Regen als in der Wüste. Mit enormem Aufwand werden deshalb im Frühling die Suonen von Schutt und Laub gereinigt und danach geflutet, damit die Wiesen, die Rebberge und Heilkräuterplantagen, etwa für Ricola-Bonbons, gedeihen können. Denn Wasser ist Leben. Wer sich früher unrechtmässig am «blauen Gold» zu bereichern suchte, wurde hart bestraft – Wasserdieben hackte man kurzerhand eine Hand ab…

Uraltes ganz modern

Lange Jahre hat man die Suonen vernachlässigt: zu aufwendig der Unterhalt, zu altmodisch das System, schlicht nicht mehr zeitgemäss die Idee. Seit einiger Zeit denkt man anders im Wallis. Das Genie der Vorfahren erlebt eine Renaissance. Denn das Wassernetz ist perfekt auf die Bedürfnisse von Natur, Tier und Mensch abgestimmt – Nachhaltigkeit, wie sie stimmiger kaum denkbar ist. Gaëtan Morard vom Suonenmuseum schwärmt vom Wissen der Alten – und er sagt, warum bis spätestens 2050 dringend mehr getan werden muss.

Hinfahren und staunen

Entlang jeder Suone führt ein schmaler Weg, das Gefälle ist minim. Das macht die Wasserläufe neben ihrer Hauptaufgabe zu perfekten Wanderdestinationen zwischen Goms und Unterwallis. Fast immer haben wir die Walliser 4000-er bis hinüber zum majestätischen Mont Blanc vor Augen: Atemberaubend. Berührend. Einzigartig.

Holen Sie sich das neue «via» jetzt im Zug und an vielen Bahnhöfen der SBB.

Processing...
Thank you! Your subscription has been confirmed. You'll hear from us soon.
ErrorHere